In dieser neuen Blog-Serie möchte ich Worte ausleuchten, die unseren Zeitgeist beschäftigen und vielerorts präsent sind, oft inflationär verwendet werden, jedoch nicht allen bekannt sind und längst nicht von allen verstanden werden. Viele dieser Begriffe sind saurer Wein in goldenen Schläuchen. Trotzdem stelle ich bei meiner Arbeit mit Unternehmen und Menschen immer wieder fest, dass diese Worte regelrechte Trigger-Worte sind: Sie rufen Irritation, Neugier aber auch Unsicherheit, Zweifel, Bedenken manchmal sogar Ablehnung, Aversion und Angst hervor. Mit dieser Blog-Serie möchte ich diesem Druck etwas entgegenwirken, diese Worte verständlich, kurz und knackig (in weniger als 1000 Wörtern) auf den Punkt bringen und mögliche Chancen und Möglichkeiten ausleuchten, welche diese Worte und deren Technologie dahinter in sich bergen. Was sind Ihre Erfahrungen mit diesen Worten und mit diesen Themen? Schreiben Sie mir. Über Ihre Anregungen, Feedbacks, Ergänzungen freue ich mich.
Wer den Begriff Disruption zum ersten Mal hört, assoziiert ihn gleich mit etwas Negativem wie Unterbrechung oder Zerstörung. Ganz im Gegenteil bedeutet Disruption in der modernen Businesswelt jedoch Fortschritt und Innovation.
Der Begriff: Disruption
Der englische Begriff „disruption“ (Englisch: Unterbrechung, Störung, Zusammenbruch) wurde ins Deutsche übernommen. Ursprünglich stammt er vom lateinischen „disrumpere,“ was so viel bedeutet wie zerschlagen, zerbrechen.
Heutzutage wird der Ausdruck Disruption vor allem im Zusammenhang mit Technologie und Business gebraucht, oft synonym mit der Bezeichnung „disruptive Innovation.“
Damit wird eine Innovation beschrieben, die z.B. ein bestehendes Produkt, ein Businessmodell, eine Technologie oder Dienstleistung nicht nur weiterentwickelt, sondern ablöst. Im Extremfall verdrängt sie den Vorgänger gänzlich vom Markt.
Im Vergleich zu anderen Innovationen bedeutet eine disruptive Innovation also eine komplette Umstrukturierung des bisherigen Modells, bis hin zu einer Zerschlagung.
Beispiele von Disruption
- Das grösste Taxiunternehmen weltweit besitzt kein einziges Fahrzeug: Uber
- Die grösste Bank der Welt für Zahlungsverkehr besitzt keine einzige Filiale: PayPal
- Die weltweit grösste Hotelkette besitzt kein einziges Hotel: Airbnb
- Das weltweit grösste Medienunternehmen beschäftigt keine eigenen Redaktoren: Facebook
- Das weltweit grösste Handelshaus besitzt weder ein eigenes Produkt noch ein Lager: Alibaba
Ein wegweisendes Beispiel von Disruption in der Vergangenheit ist die Ablösung der analogen Kameras von der digitalen Fotografie. Firmen wie Kodak sind daran gescheitert, weil sie sich der neuen Entwicklung nicht öffnen wollten, am Althergebrachten festhielten.
Ein weiteres Beispiel für Disruption, das unsere Lebensweise grundliegend beeinflusst hat, war die Ablösung von CDs durch digitale Musik-Anbieter wie iTunes und die heutigen Streaming-Dienste wie Spotify.
In den vergangenen 15 Jahren sind laut der Forbes-Liste erstaunliche 260 der 500 grössten Firmen weltweit am schnellen Wandel gescheitert. Das klingt zuerst erschreckend, kann aber durchaus auch als Chance verstanden werden.
Was bringt uns disruptive Innovation?
Insbesondere im Zusammenhang mit Startup-Unternehmen wird der Begriff Disruption geradezu inflationär genutzt. Er reflektiert das revolutionäre Denken, das insbesondere für Gründer essentiell ist. Es geht darum alles Bisherige zu hinterfragen, es auf den Kopf zu stellen und zu experimentieren.
Das Risiko mit einer radikalen Geschäftsidee ins Business einzusteigen können nur Neugründer eingehen. Sie haben einerseits wenig zu verlieren – andererseits können sie mit hohen Gewinnen rechnen, falls die Idee erfolgreich ist.
Für etablierte Unternehmen ist diese Vorgehensweise riskant: sie können ihr Geschäftsmodell nicht komplett umstellen. Sie mögen zwar ebenfalls mit einer radikalen Geschäftsidee gestartet sein, enden allerdings oft als die Verlierer der disruptiven Innovation.
Der Harvard-Absolvent Clayton Christensen stellte 1997 die Theorie zur Disruption auf. Sie besagt, dass sämtliche Unternehmen – auch Global Player, wie z.B. Microsoft, Google oder Airbnb – früher oder später zu deren ‚Opfer‘ werden.
Das wirkt auf den ersten Blick wie ein Dilemma, ist allerdings lebenswichtig für eine Fortentwicklung der Märkte. Unternehmen müssen sich konstant anpassen, um in dieser Welt zu bestehen.
Wie wirkt sich Disruption auf unsere Zukunft aus?
Der Alibaba-Gründer Jack Ma hat den „Singles‘ Day“ (jeweils am 11. November) für sich genutzt und den chinesischen Online-Händler Alibaba damit zum Durchbruch verholfen. Entgegen dem Valentinstag am 14. Februar soll der Singles‘ Day am 11. November Alleinstehenden einen Grund zum Online-Shopping bieten. Allein im Jahr 2019 machte das Unternehmen damit an einem Tag über 38 Milliarden USD ($ 38‘000‘000‘000.- !!!) Umsatz – ein neuer Rekord. Wie werden sich ähnliche Innovationen in Zukunft auf unser Leben auswirken?
Vor allem für Verbraucher bietet der Disruptionstrend mit diversen Startups im digitalen und Service-Bereich Vorteile: Produkte und Dienstleistungen werden immer vielfältiger und zudem günstiger, bequemer und effizienter nutzbar.
Ein Beispiel dafür sind die FinTech-Innovationen der letzten Jahre. Voraussichtlich wird das online Bankensystem, inklusive digitaler Services wie Revolut oder PayPal, die lokalen Banken letztendlich ablösen. Die Möglichkeiten scheinen endlos.
Welche Beispiele der positiven Folgen der Disruption begleiten Sie in Ihrem täglichen Leben? Teilen Sie mir Ihre Erfahrungen mit.
Auch interessant: Meine Blog-Serie “Buzzword Series #2: Digitale Transformation”
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